„Regional und grün erzeugter Wasserstoff hat große Wertschöpfungspotenziale“ – Gastbeitrag im Wirtschaftsspiegel

Als im Februar 2019 erstmals ein mit Wasserstoff angetriebener Zug durch Thüringer Winterlandschaft fuhr, waren die Menschen von dieser neuen, sauberen Technologie fasziniert. Hunderte Schaulustige säumten die Strecke durch das verschneite Schwarzatal.  Sie wollten unbedingt den wasserblauen Zug auf der Sonderfahrt von Rottenbach nach Katzhütte sehen.

Der Zug hat Symbolkraft: So geht also Mobilität von morgen auch in großem Maßstab und gerade im ländlichen Raum, klimaneutral, wenn der Wasserstoff grün, also mit Erneuerbaren Energien, erzeugt wird.  Heute ist Wasserstoff weltweit der Hoffnungsträger für eine gelingende Energiewende vor allem im Verkehrsbereich, aber auch als Baustein für das Speichern klimafreundlicher Energie aus Sonne und Wind. Die Rede ist inzwischen sogar vom neuen „Öl“.

Die Thüringer Landesregierung startete vor einigen Monaten eine „Taskforce Wasserstoff“. Aus gutem Grund, denn hier geht es um viel Potential für Thüringer Wirtschaftskraft und Klimaschutz, um Investitionen in Innovation und die Zukunftsfähigkeit unserer Energiesysteme.  Gerade erst hat das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie und das Beratungsunternehmen DIW Econ eine Studie veröffentlicht, die zeigt: Durch die Produktion von Wasserstoff mit Ökostrom könnten in Deutschland Hunderttausende Arbeitsplätze entstehen. Wenn 90 Prozent des in Deutschland für das Ziel der Klimaneutralität benötigten Wasserstoffs aus heimischer Produktion kämen, seien im Jahr 2050 mehr als 800 000 zusätzliche Arbeitsplätze und Wertschöpfungseffekte von bis zu maximal 30 Milliarden Euro möglich, heißt es. Diese Wertschöpfung und die neuen Jobs soll es auch in Thüringen geben.

Wir haben Unternehmen in Thüringen, die sich damit bereits beschäftigen, die Elektrolyseure bauen und Wasserstofftankstellen. Wir haben Machbarkeitsstudien für Wasserstoff-Busse im Nahverkehr, für LKWs im öffentlichen Fuhrpark und analysieren auch den Einsatz von Wasserstoff im Industriewärmebereich. All das hat viel mit regionaler Wertschöpfung zu tun, wenn wir es richtig machen. Wir wollen so Fördergelder des Bundes nach Thüringen holen und Investitionen durch weitere Millionen aus dem Thüringer Investitionspakt verstärken. Und selbstverständlich braucht die Wasserstoffstrategie des Landes auch das Engagement der Privatwirtschaft. Die Förderung durch die in der nationalen H2-Strategie vor kurzem angekündigten Bundesgelder ist gut – aber nicht gut genug. Wir werden dann viel erreichen, wenn in Thüringen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik bei der Umsetzung der Wasserstoff-Innovationen Hand in Hand arbeiten.

Und nur mit grün produziertem Wasserstoff auf Basis von 100 Prozent Erneuerbarer Energie werden wir dem Klimaschutz gerecht. Gegenwärtig liegt der Anteil der Erneuerbaren Energien am Thüringer Nettostromverbrauch bei etwa 50 Prozent. Es braucht also mehr und nicht weniger Erneuerbare Energien in Thüringen. Die vom Bundeswirtschaftsministerium vorgeschlagene Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes springt zu kurz. Entscheidend ist der Ausbau der Windenergie. Durch Repowering, durch Ausbau im Offenland, durch neue Möglichkeiten für Kommunen, eigenständig zu planen und umzusetzen. Dafür werden wir uns einsetzen. Zudem ist die Produktion von Wasserstoff noch zu teuer und wird es bleiben, solange das System von Steuern und Umlagen nicht verändert wird. Grüner Wasserstoff muss von Umlagen befreit sein.

Die Technik und das Know-How für den grünen Wasserstoff ist in Thüringen vorhanden. Die Finanzierung für flankierende Unterstützung der Landesregierung muss sich im Haushalt und Konjunkturpaket widerspiegeln. Wir möchten schon jetzt für Förderinstrumente 20 Millionen Euro einplanen. Bei all den Investitionen und Anstrengungen, die wir jetzt in dieser besonderen Zeit unternehmen, brauchen wir Klimaschutz ganz oben auf der Agenda. Und da gehört das Thema Wasserstoff unbedingt dazu. Thüringen ist startklar. Regional und grün erzeugt bietet Wasserstoff große Wertschöpfungspotenziale für die Region. Eine echte Chance.

Ein Gastbeitrag von Anja Siegesmund, Thüringer Ministerin für Umwelt, Energie und Naturschutz.

Wirtschaftsspiegel. Das Wirtschaftsmagazin für Thüringen, Nr. 06/2020, 16. Jg.

Herzliche Einladung zu meiner digitalen #ThüringenTour

Gemeinsam mit Ihnen möchte ich ins Gespräch kommen. Welches sind drängende Themen bei Ihnen vor Ort? Ich lade Sie herzlich ein, gemeinsam mit mir über die aktuellen Entwicklungen und die Herausforderungen in diesen Zeiten zu sprechen.

Aufgrund der aktuellen Situation setzen wir die Reihe digital fort und ich freue mich, wenn Sie vorab Fragen und Ideen einreichen oder sich live in die Diskussion einbringen.

Das Jahr 2020 war und ist ein besonderes Jahr – geprägt von der Corona-Pandemie, von Veränderungen in allen Lebensbereichen, die verantwortungsbewusstes Handeln und Weitsicht verlangen. 2020 reiht sich gleichzeitig ein in eine Folge von Jahren, in denen die Auswirkungen der Klimakrise in Deutschland so deutlich spürbar sind, wie nie zuvor: warme Winter, Hitzetage im Sommer, verschärft durch Dürren, immense Trocken-Schäden in unseren Wäldern und deutliche Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden vieler Menschen. Themen wie die Erderhitzung, die notwendige Energiewende und das Artensterben sind deutlich stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Dazu möchte ich mit Ihnen ins Gespräch kommen.

Nächster Termin: Donnerstag, 10.12.2020, um 18:30 Uhr als Onlineformat – im Mittelpunkt steht die Region Saalfeld

Ort: https://umwelt.thueringen.de

Fragen und Ideen können vorab eingereicht werden unter: thueringentour@tmuen.thueringen.de

Während des Livestreams können Fragen im Chat gestellt werden, auch eine Livezuschaltung für ein direktes Gespräch ist möglich.

Ich freue mich auf Ihre Fragen, Ideen, Vorschläge und den gemeinsamen Austausch mit Ihnen.

Herzlich,

Anja Siegesmund

Gemeinsam die Teilung überwinden und an die Transformation anknüpfen – Zum Tag der Deutschen Einheit

Lassen Sie uns gemeinsam 30 Jahre zurückblicken: Ich bin in Gera geboren und aufgewachsen. Am Tag der Deutschen Einheit, also im Jahr 1990, war ich 13 Jahre alt und lebte in einer Stadt mit 129.000 EinwohnerInnen. 1995 machte ich in Gera Abitur. Von diesem Jahrgang bin ich als eine der ganz wenigen in Thüringen geblieben. Bis heute sind mehr als vier Millionen Menschen aus den neuen Ländern abgewandert. Gera ist bis heute auf 93.000 EinwohnerInnen geschrumpft, 35.000 Menschen sind gegangen.

Noch heute denke ich am Tag der Deutschen Einheit nicht so sehr an jenen Oktober 1990, sondern habe die Friedliche Revolution und den Herbst 1989 in Erinnerung, die Menschen vor der Nikolaikirche. Ich denke an Kerzen und Gebete, an Kirche und Menschen in Stille und Spannung, an Proteste gegen die bedrückende Dunkelheit, die zugleich mit einer Hoffnung auf mehr Licht, also Freiheit, verbunden waren. Ich denke an den Tag des Mauerfalls. Der Tag, an dem die Menschen endlich erfolgreich und mutig dem diktatorischen System trotzend, den Weg in die Demokratie erkämpften. Friedlich. Der Mut jener, die in der DDR für Freiheit, Demokratie und Selbstbestimmung auf die Straßen gingen, ihr Leben riskierten, indem sie die Stasi-Zentrale besetzten oder sich dem System auf jegliche Art widersetzen, ist heute für mich Anlass, Respekt auszusprechen und Dankbarkeit zu zeigen. Ihr Mut und ihre Entschlossenheit lassen uns heute feiern.

Heute, im Jahr 2020, am Tag der Deutschen Einheit, sehen wir: Die Zeit nach 1989 führte für die einen zu Erfüllung, für andere zu einer gefühlten Entwertung ihrer Lebensleistung. Die einen reflektieren sie als eine Explosion ihrer Chancen in einer neuen, offenen Welt, während andere die Zeit mit dem steten Gefühl des Abgehängtseins verbinden. Sie führt bis heute zu der Frage, ob Gerechtigkeit hergestellt wird und gemeinsame Geschichte automatisch zu einem „Wir“ führt. Tatsache ist, dass wir uns immer noch auf dem Weg befinden, dem Weg zur deutschen Einheit. Tatsache ist, dass von einem „Ende der Geschichte“ nicht die Rede sein kann.[1]

Veränderungen bringen Chancen

Wir haben gerade hier in Thüringen vieles geschafft auf das wir heute stolz sein können. Inzwischen ist ein erfolgreicher Reindustrialisierungsprozess bewältigt. Fast neun von zehn der (insgesamt 60.000) Betriebe sind nach 1990 entstanden. Der Anteil der Industrie an der Thüringer Brutto-Wertschöpfung hat sich seit Mitte der 90er Jahre etwa verdoppelt. Mit 83 Industriearbeitsplätzen je 1.000 Einwohner liegt Thüringen auf westdeutschem Niveau.[2]

Wir haben zweitens eine Naturlandschaft, die viele Menschen nach Thüringen zieht. Diese Naturschätze besser zu schützen, als es vor über 30 Jahren noch der Fall war, ist unsere heutige Verantwortung. Ich erinnere mich gut an die Weiße Elster, die entlang der damaligen VEB Modedruck in schillernden Regenbogenfaben durch meine Heimatstadt Gera floss – das konnte nicht gesund sein. Ich erinnere mich an die Kohleschlote und die Hinterlassenschaften des Wismut-Bergbaus. Der letzte Kohleschlot in Thüringen ging 1998 vom Netz in Erfurt.

Wir haben drittens eine deutlich diversere Gesellschaft, vielfältiger in vielerlei Hinsicht. Mit einer beachtlichen Imternationalität an unseren acht Hochschulen und einer ausgeprägten regionalen Mobilität. Die Grundvoraussetzung, um nun auch ausländische Fachkräfte zum Zuzug und zum Bleiben zu bewegen, ist neben der Arbeit die soziale und gesellschaftliche Integration. Zugewanderte Menschen sind oft gut vernetzt und tauschen sich auch diesbezüglich über attraktive Zielregionen aus. Auch hier machen sich die Regionen auf den Weg.[3]

Gleichzeitig steht das vereinte Deutschland global betrachtet und eingebettet in ein Europa des 21. Jahrhunderts für das größte Friedensprojekt schlechthin. Auch das gehört an diesem Tag der Deutschen Einheit betrachtet. Wir in Europa.

Nichtsdestotrotz ist es noch ein weiter Weg. Vor 30 Jahren war die Einheit Deutschlands zwar formal hergestellt, aber der Einigungsprozess, ein beispielloser Transformationsprozess der alle gesellschaftlichen Bereiche erfasste, hat damals erst begonnen. Wir wissen, dass es im Hinblick auf die notwendige Angleichung der Lebensverhältnisse, der Löhne, der längst überfälligen Rentenangleichung oder der Bekämpfung von Altersarmut große Ungleichheiten gibt. Wir wissen, dass nur 1,7 Prozent der Spitzenpositionen in Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur von Ostdeutschen besetzt werden.

Die Arbeitswelt hat sich insgesamt in Thüringen nicht nur in einem rasanten Tempo verändert. Sie tut es noch. Ganz abgesehen von den Herausforderungen der Corona-Krise – die Veränderungen halten an: Mehr Digitalisierung und der Wandel zu einer klimaverträglichen Wirtschaft. Wir stehen weiter mitten in einem großen Transformationsprozess.

Miteinander im Austausch bleiben

Wir haben große Fortschritte beim Umweltschutz bewältigt. Und wir haben uns mit dem Klimagesetz auf den Weg gemacht und den Rahmen für den Ausstieg aus schmutzigen Energiequellen definiert. Mit Sonne, Wind, Bioenergie und Wasserkraft setzen wir auf saubere Energie, auf Innovation mit dem Ausbau der Wasserstoffproduktion und Nutzung. Das alles hilft dem Klimaschutz, also dem Erhalt unsere Lebensgrundlagen, und unserer Wirtschaftskraft.

Und wenn ich heute – 30 Jahre nach der Einheit – an die Angleichung von Lebensverhältnissen nachdenke, denke ich nicht mehr automatisch an Ost-West. Ich denke an Stadt-Land-Unterschiede – auch in Thüringen. Lebenswerte Regionen kennen keine Versorgungsprobleme wie fehlende Internetanschlüsse oder mangelnden Zugang zur Gesundheitsversorgung. Ja, es gibt Erfahrungen des Abgehängtseins und des Verlusts von Lebensqualität, weil in kleinen Dörfern der Bus nicht mehr hält, der Dorfladen geschlossen ist und die Jüngeren weitergezogen sind.

Das schlägt sich auch in Umfragen nieder, wie unser Thüringen-Monitor zeigt: Wenn zwei Drittel der Befragten sagt, dass „Leute wie ich … so oder so keinen Einfluss darauf [haben], was die Regierung tut“ – dann muss uns das zu denken geben. Wir brauchen die lebendige Debatte. Miteinander im Austausch sein. Zuhören. Antworten geben. Das ist die Grundlage unserer demokratischen Kultur. Das ist unser Ausgangspunkt

Mir jedenfalls geht es darum, vor Ort Ansätze zu entwickeln, um Rechtsextremismus und allzu einfachen Antworten für unsere komplexe Welt zu begegnen. Warum Vielfalt in der Gesellschaft immer bereichernd ist. Wichtiger denn je sind dabei intakte öffentliche Räume und Institutionen, in denen man sich um die Zukunft austauschen und streiten kann, in denen man gemeinsam nach Lösungen sucht.

Der Schutz unserer Lebensgrundlagen: Vom Todesstreifen zur grünen Lebenslinie

Eine dicke Portion Zufriedenheit zum Schluss:  Ich bin – angesichts von 30 Jahren Deutsche Einheit – besonders froh über die gute Verbindung von Vergangenheit und Zukunft entlang des Grünen Bandes. Wir in Thüringen haben es nach einem langen parlamentarischen Prozess am historischen 9. November 2018 als Nationales Naturmonument ausgewiesen. Es bietet Erinnerung an die perfide Diktatur, Schutz unserer Natur verbunden mit regionaler Entwicklung. Es ist in seiner Ambivalenz von unvergleichlicher Strahlkraft.

Der Schutz unserer Natur, unserer Wälder, unserer Flüsse, unserer Artenvielfalt – all das ist den Menschen in Thüringen in den Jahren immer wichtiger geworden. Das Grüne Band ist dafür eine herausgehobene Erfolgsgeschichte

Sachsen-Anhalt ist unserem Beispiel gefolgt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern ebenso. Die alte Teilung ist noch erlebbar entlang der ehemaligen Grenze. Der Todesstreifen von damals ist heute grüne Lebenslinie. Als Nationales Naturmonument in ganz Deutschland wäre das Grüne Band als gemeinsamer Erfahrungsort für gestern und heute angemessen geschützt. Und ich finde: Eine Auszeichnung als Weltkulturerbe der UNESCO hätte das Grüne Band auch verdient. Es ist das richtige Symbol für die Überwindung von Teilung und eine lebendige sich ständig weiter entwickelnde Naturlandschaft.

[1] Fukuyama, Francis (1992): Das Ende der Geschichte. Wo stehen wir?

[2] Quelle: TMWWDG.

[3] VGl. Jenaer Fachkräftestudie (2019): https://www.jenawirtschaft.de/fileadmin/user_upload/Bericht_Fachkraeftestudie_Jena_2030.pdf, S. 55.

Miteinander reden – #ThüringenTour2020

Das Jahr 2020 war und ist ein besonderes Jahr – geprägt von der Corona-Pandemie, von Veränderungen in allen Lebensbereichen, die verantwortungsbewusstes Handeln und Weitsicht verlangen. 2020 reiht sich gleichzeitig ein in eine Folge von Jahren, in denen die Auswirkungen der Klimakrise in Deutschland so deutlich spürbar sind, wie nie zuvor: warme Winter, Hitzetage im Sommer, verschärft durch Dürren, immense Trocken-Schäden in unseren Wäldern und deutliche Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden vieler Menschen. Themen wie die Erderhitzung, die notwendige Energiewende und das Artensterben sind deutlich stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.

Ich möchte mit Ihnen ins Gespräch kommen. Welches sind drängende Themen bei Ihnen vor Ort? Ich lade Sie herzlich ein, gemeinsam mit mir auf meiner diesjährigen Thüringentour über die aktuellen Entwicklungen und die Herausforderungen in diesen Zeiten zu sprechen. Ich möchte Ihnen zuhören und mit Ihnen gemeinsam weiterdenken. Dazu reise ich in den kommenden Monaten durch Thüringen.

Beginn der Ortsgespräche ist jeweils 18:30 Uhr. Der Einlass startet ca. 30 Minuten vorher. Die Platzkapazitäten sind durch die Pandemie-Situation leider begrenzt.

Achtung: Anmeldung erforderlich! Aus diesem Grund bitte ich Sie, sich unter der E-Mail-Adresse thueringentour@tmuen.thueringen.de rechtzeitig für die Veranstaltung anzumelden (mit Name und Kontaktmöglichkeit).

An diese Adresse können Sie auch bereits vor der Veranstaltung Ihre Fragen schicken, die wir dann am Abend diskutieren können. Vielen Dank.

Ich freue mich auf Ihre Fragen, Ideen, Vorschläge und die Begegnung mit Ihnen.

Mit freundlichen Grüßen

Anja Siegesmund

 

Termine

Thüringentour in Schleusingen

Donnerstag, 10. September, Uhr

Ort: Aula der Stiftung Rehabilitation Thüringer Wald, Hildburghäuser Str. 36, 98553 Schleusingen

 

Thüringentour in Sömmerda

Donnerstag, 24. September, 18:30 Uhr

Ort: Volkshaus Sömmerda, Weißenseer Str. 33/35, 99610 Sömmerda

 

Thüringentour in Altenburg

Dienstag, 6. Oktober, 18:30 Uhr

Ort: N.N.

 

Thüringentour in Nordhausen

Donnerstag, 15. Oktober, 18:30 Uhr

Ort: N.N.

 

Thüringentour in Ichtershausen/ Amt Wachsenburg

Donnerstag, 3. Dezember, 18:30 Uhr

Ort: N.N.

 

Weitere Infos: https://umwelt.thueringen.de/themen/top-themen/thueringentour

Sommertour entlang des Grünen Bandes

Fahrradtour „Wenn uns nur Liebe bleibt. Ein ökologisches Manifest. 10 Etappen – 10 Touren – 10 Veranstaltungen von Sonneberg bis nach Nordhausen“ mit Künstlerinnen und Künstlern aus Westafrika und Deutschland entlang des Grünen Bandes an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze. Die Tour beginnt am Dienstag, 25. August.

Das Grüne Band ist seit 2018 Nationales Naturmonument und für Deutschland ebenso wie für Europa ein Symbol des friedlichen Zusammenwachsens nach gewaltsamer Teilung. Der ehemalige Todesstreifen ist jetzt eine grüne Lebenslinie – zwischen den ehemaligen Grenzbefestigungsanlagen ist ein großartiger Artenreichtum entstanden.

Gemeinsam wollen wir die Erinnerung an die Jahrzehnte der deutschen Teilung verbinden mit der Bewahrung beeindruckender Kultur – erlebbar auf dem Kolonnenweg ebenso wie den gekennzeichneten Rad- und Wanderwegen. Als Schirmherrin werde ich die Sommertour 2020 am Grünen Band am Freitag, 28. August begleiten (Etappe 3 von Gompertshausen nach Behrungen).

Was mich ganz besonders reizt, ist die Verbindung von Natur und Erinnerung auf der einen, und Kunst und Kultur auf der anderen Seite. Und so freue ich mich bereits jetzt auf viele inspirierende Momente – mit den fünf engagierten Künstler*innen ebenso wie mit allen ökologisch und kulturell interessierten Mitradler*innen. Seien auch Sie mit dabei!

Das Programm der Sommertour entnehmen Sie dem Flyer:

sommertour

„Es liegt Großes in der Jenaer Natur“, TLZ-Artikel

Bloß nicht auf halber Strecke stehen bleiben! Mit diesem Gedanken schauen die Jenaer Bündnisgrünen auf den am Mittwoch dem Stadtrat vorliegenden Beschlussantrag zur künftigen „Naturerlebnisregion Mittleres Saaletal“ samt Naturerlebniszentrum Schottplatz. Vor allem dringen die Grünen darauf, das zugehörige Gesamtkonzept nicht laut Beschlusstext des Oberbürgermeisters bis Ende 2021, sondern schon bis Ende 2020 fertigstellen zu lassen, wie die Fraktionsmitglieder Anja Siegesmund und Ralf Kleist dieser Zeitung sagten.

Ja, es gebe dieses Herzstück des künftigen Naturerlebniszentrums – das zu sanierende Hauptgebäude mit neuer Energiezentrale, wofür Anja Siegesmund als Thüringer Umweltministerin den Zufluss von knapp zwei Millionen Euro Fördermitteln unterstützt hatte, Geld, das bis Ende 2021 gemäß Förder-Vorschrift ausgegeben sein muss. Und ja, die Ministerin erinnert sich nur zu gut, wie sie als Moderatorin den ewigen juristischen Streit um die so genannte Altlastenfreistellung vor drei Jahren beilegen half, so dass eine ehemalige Deponie auf dem Schottplatz-Gelände von der Firma Schott an die Stadt übergehen konnte. Doch wem sei groß geholfen, wenn die Stadtforstverwaltung wie geplant von der Kernstadt (Vor dem Neutor/Rasenmühleninsel) in das sanierte Haupthaus eingezogen ist, aber konzeptionell noch nichts zu greifen ist?

„Der gute Prozess, den wir angefangen haben, darf nicht unterbrochen werden“, sagte Ralf Kleist, womit er die sechs Arbeitsgruppen meint, die zu speziellen Themen eines Naturerlebniszentrums Konzeptarbeit betrieben haben. Und weil es auch dabei um Geld gehen wird: Die Grünen wollen in ihrem Änderungsantrag zum Beschluss verankert sehen, dass für die Themen-Ideen Ausschau nach Co-Finanzierungen etwa von Stiftungen gehalten wird. – Und dass die Verwaltung Trägervereine gewinnen möge, die Einzelprojekte aufbauen, finanzieren und betreiben. Beispiel: Der Kreisverein der Lebenshilfe kümmert sich um einen Bauernhof. Genau derartige Konstrukte könnten die Kosten des Gesamtpakets reduzieren, erläuterte Ralf Kleist.

„Wo Naturerlebniszentrum draufsteht, soll auch Naturerlebniszentrum drin sein“, sagte Anja Siegesmund. „Wir müssen ein bisschen aufpassen, dass die Partner bei der Stange bleiben.“ Deshalb möchten die Grünen konzeptionell sichern, dass abseits der Bauarbeiten vom nöchsten Frühjahr an Umweltpädagogik angeboten wird. Zudem sind im grünen Änderungsantrag ein Kuratorium, das die Konzept-Arbeit bündelt und begleitet, wie auch ein weiterer Partner der Umweltbildung vorgesehen. „Am Ende wird die Sache nur rund, wenn alle an einem Strang ziehen.“

von Thomas Stridde, TLZ, 14.07.2020

Lastenräder für alle

Es kommt etwas ins Rollen: Immer mehr Menschen steigen aufs Fahrrad um. Egal ob für Handwerker*innen oder Familien, für den Umzug oder für den Wocheneinkauf – Lastenräder haben das Potenzial, das Auto bei vielen Gelegenheiten zu ersetzen. Ihr Einsatz ist vielseitig und praktisch. Damit die Verkehrswende gelingt, müssen wir diesen Trend aber auch unterstützen und Anreize schaffen. Deshalb fördern wir vom Thüringer Umweltministerium ab sofort den Kauf von Lastenrädern.

Damit wird erstmals in Thüringen der Kauf der klimafreundlichen Transport-Alternative zum Auto unterstützt. Bis zu 3.000 EUR pro Rad sind je nach Ausführung maximal möglich – und das Angebot ist besonders niedrigschwellig. Es gilt für Vereine und Kommunen, genauso aber auch für Private und Sharing-Initiativen.

Eine meiner ersten Dienstreisen als Umweltministerin führte mich im Jahr 2015 nach Dänemark, genauer nach Kopenhagen. Die Stadt gilt als DIE Fahrradhauptstadt weltweit – breite Radwege, viel Platz zum Abstellen mit mehrstöckigen Fahrrad-Parkhäusern und Ampel-Schaltungen, die den Radverkehr flüssig halten. Lastenräder sind dort schon seit Jahrzehnten üblich.

Inzwischen sind Lastenräder auch in Deutschland Trend geworden. Einen Anteil daran haben auch Vorreiterinnen wie die Initiative „Ella – Erfurts langersehntes Lastenrad“. Im vergangenen Landtagswahlkampf war ich selbst mit Lastenrad zu den Wahlkampfständen in Jena unterwegs. Aus eigener Erfahrung kann ich also bestätigen: es lohnt sich.

Die rollenden Klimaschützer sind sauber, leise und erhöhen so die Lebensqualität in den Innenstädten. Weil nicht jede*r ständig ein Lastenrad braucht, gibt es für Sharing-Initiativen, das Teilen eines Rades durch eine Vielzahl an Nutzenden, einen extra Bonus.

Beim Transport in der Stadt haben Lastenräder das Potenzial, ein Auto überflüssig zu machen. Der Markt bietet vielfältigste, kreative und praktische Modelle an. Im Vergleich zum Auto oder Lieferwagen sind sie spürbar günstiger in Anschaffung und Unterhalt – und ganz nebenbei noch gesund für Mensch und Umwelt. Auch für Firmen oder Gewerbetreibende können Lastenräder im täglichen Lieferverkehr eine praktische Alternative sein. Gerade für die sogenannte „letzte Meile“, die relativ kurzen Strecken zwischen den Stopps und Zieladressen, sind Lastenräder flexibler, kostengünstiger und schneller.Der Fördersatz für ein Lastenrad liegt bei 40 Prozent, die Maximalbeträge variieren und sind an die Ausführung des Rades gekoppelt. Dabei unterscheidet die Richtlinie drei Arten von Cargo-Bikes:

  • Lastenrad
  • Lastenpedelec
  • Lasten-S-Pedelec

Lastenräder haben keine Unterstützung durch einen Elektromotor. Beim Lastenpedelec hingegen unterstützt ein Elektromotor bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h, wenn aktiv in die Pedale getreten wird. Ein Lasten-S-Pedelec hat einen Elektromotor, der unabhängig von der Trittleistung unterstützt. Die Räder erreichen damit eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 45 km/h. Für dieses Kleinkraftrad ist der Führerschein der Klasse AM nötig. Unterstützung gibt es auch für den Kauf von Anhängern und Abstell-Möglichkeiten wie Fahrradständer oder Unterstände. Die Förderunterlagen stehen ab sofort bei der Thüringer Aufbaubank bereit: www.aufbaubank.de/bike

Wichtig: Vor dem Kauf muss eine Förderzusage vorliegen. Nach dem Kauf eingereichte Förderanträge können nicht berücksichtigt werden.

Alle weiteren Infos gibt es hier:

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Ende des Kastenstands – Ein wichtiger Schritt für artgerechte Tierhaltung

Tierschutz ist eine Frage der Haltung. In der letzten Sitzung vor der Sommerpause hat der Bundesrat mit der Stimme Thüringens die Abschaffung der Kastenstände besiegelt und somit für mehr Tiergerechtigkeit in der Sauenhaltung gestimmt. Nach jahrelanger Blockade von CDU/ CSU leiten wir damit einen Systemwandel im Tierschutz ein. Wir Bündnisgrüne setzen uns schon lange dafür ein, dass Sauen in Gruppen leben können und obwohl wir uns eine noch kürzere Übergangszeit gewünscht hätten, ist das auf lange Sicht ein wichtiger erster Schritt. Unser langes Ringen um die Verordnung hat sich gelohnt.

Systemwechsel in der Tierhaltung

Bisher verbrachten Sauen bis zu 150 Tage im Kastenstand – dort können sie sich nicht hinlegen, sich nicht ausstrecken, nicht richtig schlafen. Das ändert sich jetzt mit dem Kompromiss: Nach Ablauf der Übergangsfristen dürfen Sauen nur noch einige Tage im Jahr im Kastenstand gehalten werden.  In der restlichen Zeit müssen die Tiere nun in Gruppen gehalten werden.

Übergangszeit und finanzielle Unterstützung für bessere Sauenhaltung

Nach einer Übergangsfrist von bis zu 8 Jahren muss der Kastenstand abgeschafft sein. Wir konnten die von der Bundesregierung geplante Frist von bis zu 17 Jahren auf 8 herabsetzen, hätten uns aber natürlich eine noch kürzere Übergangsfrist gewünscht.

Eine Übergangszeit ist notwendig, um den Umbau vom Kastenstand auf eine Gruppenhaltung umzusetzen – das schaffen Betriebe nicht von heute auf morgen. Aber: Sie müssen den Systemwechsel angehen und das wird auch überprüft. Wer nach spätestens drei Jahren kein Umbaukonzept und nach fünf Jahren einen Bauantrag vorweisen kann, muss die Sauenhaltung einstellen. Zugleich werden die Betriebe bei diesem Umbau unterstützt und damit hat die regionale Schweinehaltung eine Zukunft. Für den Umbau zur Gruppenhaltung wird ein Förderprogramm von insgesamt 300 Millionen Euro aufgelegt.

Nur der erste Schritt zur artgerechten Tierhaltung

Dennoch bleibt es ein Kompromiss, der auch schmerzliche Zugeständnisse enthät. Wir hätten uns insbesondere kürzere Übergangsfristen gewünscht. Trotz aller Kritik, wertet auch der Deutsche Tierschutzbund das Ergebnis als Erfolg. Viele weitere Schritte müssen folgen und es bleibt viel zu tun: bessere Haltungsbedingungen nicht nur für Schweine, sondern überall in der Tierhaltung, eine klare und verbindliche Haltungskennzeichnung und eine dauerhafte Finanzierung des Umbaus. Wir Bündnisgrüne werden auch künftig für bessere Haltungsbedingungen aller Tiere, die Vermeidung von Tiertransporten und die Abkehr von industrieller Massentierhaltung streiten.

Taskforce Wasserstoff

Jules Verne erkannte schon 1874 im Wasserstoff die Zukunft: „Das Wasser ist die Kohle der Zukunft. Die Energie von morgen ist Wasser, das durch elektrischen Strom zerlegt worden ist. Die so zerlegten Elemente des Wassers, Wasserstoff und Sauerstoff, werden auf unabsehbare Zeit hinaus die Energieversorgung der Erde sichern.“ Und wir können ihm heute nur zustimmen, denn Wasserstoff, das kleinste und einfachste Molekül, das wir kennen, hat großes Potenzial für unser Energie- und Verkehrssystem der Zukunft. Bei all den Investitionen und Anstrengungen, die wir jetzt in dieser besonderen Zeit unternehmen, brauchen wir Klimaschutz ganz oben auf der Agenda. Und da gehört das Thema Wasserstoff unbedingt dazu.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Mit Wasserstoff können wir Strom aus Erneuerbaren Energien einerseits speichern und andererseits in die Bereiche Industrie und Verkehr integrieren. Beides sind Sektoren, in denen wir saubere und emissionsfreie Energie dringend benötigen. Echter Klimaschutz beginnt dann, wenn Wasserstoff aus grünem Strom gewonnen wird – also aus Sonne, Wind und Biomasse.

Dann kann Wasserstoff in Zukunft ein zentraler Baustein im Energie- und Verkehrssektor der Zukunft sein. Nach der Nationalen Wasserstoffstrategie kommt er vor allem dort zum Einsatz, wo sich der Strom aus Windkraft und Photovoltaik nicht direkt nutzen lässt – also beispielsweise in Hochtemperatur-Schmelzprozessen (Stahl-, Aluminium-, Glas-Schmelze, etc.) sowie im Verkehr (Schwerlast-, Bus-, Schienenverkehr, Luftfahrt).

Damit kann er entscheidend dazu beitragen, die Flexibilität der erneuerbaren Energieversorgung zu steigern, die Versorgungssicherheit zu verbessern und so die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu beenden. Innovative Lösungen zur Erzeugung und Nutzung von Wasserstoff werden also entscheidende Grundbausteine einer sicheren, sauberen und bezahlbaren Energieversorgung und Mobilität der Zukunft sein.

Eine interministerielle Arbeitsgruppe wird sich mit der Umsetzung der Unterstützungs- und Förderinstrumente beschäftigen , die sich aus der Nationalen Wasserstoffstrategie der Bundesregierung für Thüringen ergeben. Diese „Taskforce Wasserstoff“ der Landesregierung wird damit beauftragt, Anwendungsmöglichkeiten von Wasserstofftechnologien in Thüringen zu identifizieren, den Anteil von Wasserstoff in der Energie- und Mobilitätswende zu planen und zu koordinieren sowie Schlüsselprojekte zu entwickeln. Wir bündeln unsere Kräfte und Ressourcen für ein Thema mit einem riesigen Potenzial.

Mit der richtigen Mischung aller Möglichkeiten wollen wir unsere Klimaziele auch in Thüringen erreichen, denn unser Ziel sind eine Versorgung zu 100 Prozent (bilanziell) aus eigenen Erneuerbaren Energien ab 2040.

Grüner Wasserstoff gehört zur Energiewende in Thüringen. Wir haben einen Anteil von über 60 Prozent Erneuerbare Energien an der eigenen Stromerzeugung und damit beste Voraussetzungen. Die Produktion von Wasserstoff ist noch ziemlich teuer. Wir brauchen deshalb sowohl eine Förderung durch die vor kurzem angekündigten Bundesgelder für Wasserstoff-Technologie als auch eine bereits angekündigte EEG Novelle, die die Herstellung von Wasserstoff von der EEG-Umlage befreit.

Es war überfällig, dass die Bundesregierung eine Nationale Wasserstoffstrategie vorgelegt hat. Gut, dass sie jetzt da ist – sie verzahnt sich mit unseren Aktivitäten.

In Thüringen sind wir gut vorbereitet und haben das Thema auf den unterschiedlichsten Kanälen und Ebenen immer wieder vorangebracht.

  • Im Schwarzatal wurde im letzten Jahr der Wasserstoffzug erfolgreich erprobt, ab 2022 soll er möglichst regulär fahren. Perspektivisch wollen wir auch über Wasserstoff in Nahverkehrs-Bussen und für Gebäudewärme nachdenken. Im Hinblick auf den geringen Elektrifizierungsanteil der Thüringer Bahnstrecken wird das Pilotprojekt richtungsweisend sein für die großflächige Dekarbonisierung des schienengebundenen ÖPNV.
  • Modellregion Schwarzatal: Wissenschaftler des Instituts Stadt-Mobilität-Energie, der Fachhochschule Erfurt und der Bauhaus-Universität Weimar sollen bis zum November 2020 ein Konzept erarbeiten, das beispielhaft für die Region aufzeigt, welche Möglichkeiten der Energieträger Wasserstoff dort im Verkehrs-, Energie- und Gebäudesektor bietet.
  • Machbarkeitsstudien des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz
  • Thüringen ist Strom-Transitland. Zur Erhaltung der erforderlichen Netzstabilität bietet sich die Stromnutzung zur Produktion von Wasserstoff in großem Umfang an.
  • Wasserstoff-Erzeugung als neues mögliches Geschäftsmodell für Biogasanlagen und Windenergieanlagen, die aus der EEG-Förderung fallen.
  • Wir haben eine gut ausgebaute Erdgasnetzinfrastruktur, die den Transport und die Speicherung von synthetischem Erdgas ermöglicht, das aus Wasserstoff hergestellt werden kann.
  • Wir haben das H2-Well Cluster: Die Bauhaus-Universität Weimar beschäftigt sich dabei mit Wasserstoff und seinen verschiedenen energetischen Anwendungsmöglichkeiten. Sie hat, mit Partnern aus der Praxis, eine Modellregion mit zwei Demonstrationsvorhaben gestartet, deren Ziel es ist, zu erproben, wie die Wasserstoffwirtschaft in dezentralen Strukturen umgesetzt werden kann.

Hintergrund:

Wasserstoffstrategie von 2019: https://umwelt.thueringen.de/fileadmin/001_TMUEN/Aktuelles/2019/Wasserstoff_in_Thueringen-final.pdf

Rassismus entschieden entgegentreten. Jederzeit und überall! Die Studentin Sinbi Lee wünscht sich mehr Unterstützung

Jena ist eine weltoffene Stadt – aber gerade Menschen wie Sinbi Lee erfahren zu oft beim Einkaufen, im Bus oder im Café, dass auch wir ein reales Problem mit Rassismus haben. Lee ist eine starke Frau, die anderen Mut machen möchte. Lange war sie unsicher, ob das, was ihr wiederfährt “nur dumme Sprüche” sind. Andere haben ihr gesagt, sie gehöre nicht zu den People of Colour und könne gar keinen “echten Rassismus” erleben. Sorry, aber was soll bitte echter oder falscher Rassismus sein? Sinbi Lee sagt, dass es für sie ein langer Prozess war, um zu erkennen, dass Rassismus nicht erst bei körperlicher Gewalt anfängt. Und das zu rassistischen Äußerungen auch die gehören, die “gar nicht so gemeint waren.” Jede Woche erlebt sie, die in Apolda und Weimar aufgewachsen ist und nun in Jena studiert, verbale Angriffe, immer wieder wird sie auch körperlich angegangen. Seit Corona haben sich die Anfeindungen verstärkt.

Es ist ein Lernprozess für uns alle, dass wir sensibel für unsere eigenen, vielleicht auch unbedachten Äußerungen werden. Und, dass wir strukturellen Rassismus als Problem wahrnehmen, das uns alle geht.

An alle da draußen: hört nicht auf die Kommentare der Anderen, wichtig ist allein, wie ihr euch fühlt und was euer Herz euch sagt. Und es gibt Menschen, die helfen wollen und können. In Thüringen gibt es zum Beispiel die Opferberatung ezra oder MOBIT – Mobile Beratung in Thüringen. Wir Bündnisgrüne in Thüringen  setzen uns für eine Antidiskriminierungsstelle ein.

Vor allem aber ist es wichtig, dass wir im Alltag genau zuhören und hinsehen und uns gegenseitig unterstützen und Mut machen. Und dass wir Rassimus nicht relativieren, sondern klar benennen.

  1. Sinbi Lee hat ihre Geschichte übrigens auch dem MDR Thüringen erzählt:
    https://www.mdr.de/thueringen/ost-thueringen/corona-rassismus-angriffe-asiaten-100.htmlRa