Frauenlauf in Jena
Anja Siegesmund läuft für ihr Leben gerne. Den 4. Frauenlauf Jena im Jenaer Paradies unterstützte sie als Schirmfrau.
Anja Siegesmund läuft für ihr Leben gerne. Den 4. Frauenlauf Jena im Jenaer Paradies unterstützte sie als Schirmfrau.
Auf der gestrigen Stadtratssitzung in Jena wurde der Antrag der bündnisgrünen Stadtratsfraktion mit Mehrheit angenommen, den Klimanotstand für die Stadt auszurufen. Dazu erklärt Anja Siegesmund, Spitzenkandidatin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen und Stadträtin in Jena:
„Unser kraftvoller Aufschlag, das Thema Klimaschutz in den Mittelpunkt politischer Entscheidungen zu rücken, hat sich gelohnt. Jena hat nun als erste Stadt in Thüringen den Klimanotstand beschlossen. Künftig werden alle politischen Entscheidungen an der Klimafrage gemessen werden. Politik und Bevölkerung bündeln ihre Kräfte für gemeinsame und entschlossene Anstrengungen zum Klimaschutz. Das betrifft die Verwaltung: Wer ein Stadtquartier neu entwickelt, muss es unter der Maßgabe von Stadthitze oder Starkregen planen. Dazu gehört der Blick auf Stadtbäume als wertvolle Schattenspender ebenso, wie das Begrünen von Stadtdächern. Hierfür gibt es Förderprogramme des Landes, die jede Kommune nutzen kann. Das betrifft die Nahverkehrsbetriebe, wenn es um künftige Mobilitätskonzepte geht. Aachen, Bielefeld, Bochum, Bonn, Düsseldorf, Erlangen, Gelsenkirchen, Greifswald, Heidelberg, Kiel, Köln, Konstanz, Lübeck, Marburg, Münster, Saarbrücken und Wiesbaden und nun Jena. Das ist Klimaschutz auf allen Ebenen. Auch für die Aktiven von Fridays for Future ist diese hart errungene Entscheidung im Stadtrat ein großer Erfolg. Zukunftspolitik braucht auch diese starken Stimmen.“
Zu den Anträgen:
https://gruene-jena.de/userspace/TH/kv_jena/Stadtrat/2019/04.09.2019/Antrag_Klimanotstand.pdf
https://gruene-jena.de/userspace/TH/kv_jena/Stadtrat/2019/04.09.2019/Beschlussvorlage_Stadtrat_Fraktionen_-2_Klimakrise.pdf
Volle Hütte im Markt 11 in Jena mit Cem Özdemir und Anja Siegesmund Spitzenkandidatin zur Landtagswahl: Gemütlich bei ’nem Bierchen über Politik reden.
Um mehr gefiederte Freunde in unsere Gärten in Jena zu locken, luden Sarah Wiener, grüne Europaabgeordnete und Anja Siegesmund mit dem grünen Kreisverband Jena zum Bau von Vogelhäuschen ein.
Gestern in Jena Paradies. Auf Gleis 1 am Bahnhof hielt der vorerst letzte ICE aus Richtung Berlin 20:51 Uhr, Reisende stiegen ein und aus, um dann weiter nach München zu fahren. Auf Gleis 2 wiederum hielt vorerst der letzte ICE in Jena aus Richtung München kommend um 21:06 Uhr. Abschied. Reisende trafen auf Ortsansässige, Tempo auf Langsamkeit. Vier Roccos auf Kamerateams.
Letzt genannter ICE war nicht pünktlich und der Abpfiff ertönte später, als geplant, aber BahnfahrerInnen und jene, die dem letzten ICE Lebe-wohl singen wollten, sind geduldig. Und so versammelten sich auf dem Bahnhof Jena Paradies viele, die seit Jahren kämpfen für die bleibende Anbindung des Raumes Ostthüringen, UnternehmerInnen ebenso, wie WissenschaftlerInnen und Engagierte des Fahrgastverbandes Pro-Bahn und viele Roccos (dazu später mehr), die das Land bewegen und kreativ demonstrieren wollen unter dem Motto: „Abgehängt wird nur, wer sich abhängen lässt.“
In dieser Nacht änderte sich auch bundesweit ein Drittel der Fahrpläne der im Eisenbahnnetz verkehrenden Fernzüge. Diese Fahrplanänderung war so umfangreich wie noch nie und nötig geworden, weil ein anderer Superlativ ans Netz ging. Nach 25 Jahren ist die VDE 8., also die Rennstrecke München – Berlin über Erfurt, fertig geworden. Zehn Milliarden Euro wurden verbaut, das entspricht dem kompletten Landesetat des Landes Thüringen für ein Jahr. Die 623 Kilometer (über Halle) können Bahnfahrende nun in knapp 4 statt 6 Stunden im ICE mit 300 Kilometer/Stunde hinter sich bringen. Fast wie im Flug. Ein Prestigeprojekt, über das die Bahn die Anbindung in die Fläche vernachlässigte und das, wo nachhaltige Mobilität immer wichtiger ist.
Es gibt eben nicht nur Gewinner an der Rennstrecke, sondern auch Verlierer, zum Beispiel Lichtenfels, Weißenfels, Jena, Weimar und Naumburg. Auf einen Schlag fällt hier nun ein Großteil des Fernverkehrs weg, ist man „abgehängt“. Dagegen, dass gerade in der Wissenschaftsstadt Jena, mit über 25000 Studierenden und Wissenschaftlern die Erreichbarkeit mit banalen Expresslinien genügen soll, wird und will sich hier keiner gewöhnen. Deshalb ist klar: So wie es jetzt ist, kann es nicht bleiben.
Deshalb gelten die Verabredungen des Bahngipfels, den die rot-rot-grüne Landesregierung initiiert hat. Sie müssen jetzt zügig umgesetzt werden. Dazu zählen:
Die Stärke der Region ist es, dass sie kreativ protestiert und konstruktiv nach Lösungen sucht. Dass das „Bewegte Land“, also eine Kunstinstallation auf 30 Kilometern „Bühne“ auf der Strecke Jena-Naumburg bundesweit so viel Beachtung fand, ist ein Beispiel dafür. Im Sommer rannte so der schnellste Mann des Saaletals, Rocco, in zigfacher Ausführung mit dem Zug um die Wette. Die Idee: Hase und Igel-Spiel und Gedanken in einer bewegten Zeit, in der Geschwindigkeit alles ist. So wird Kunst zum Ausdruck einer not-gewordenen Pause von der Geschwindigkeit, bis wir 2023 wieder mithalten können. Das „Bewegte Land“ wagte den Versuch, der Geschwindigkeit zu trotzen. „Entlang der Zugstrecke Jena Paradies – Naumburg inszenierte das Berliner Künstlerduo Datenstrudel Begegnungen. Reisende trafen auf Ortsansässige, Tempo auf Langsamkeit, Urbanität auf Landidylle.“ Neugierig? Das ‚Making-Of“ zum Bewegten Land gibt es hier.
Fürs Making-Of des IC-Knotens müssen jetzt Stadt, Land, DB und Pro-Bahn Material sammeln. Gemeinsam. Ab jetzt.
